Dienstag, 04.02.2003
6.25 Uhr: Sind schon im Duty-free-Bereich des Flughafens
Halle/Leipzig. Gestern haben wir (Paps, Mutsch und ich) das Gepäck schon hierher
gebracht. Ergo gab es heute keinen Stress und alle sind entspannt.
Leider müssen wir in Stuttgart umsteigen, mal sehen, was das
wird. Platzkarten haben wir ja schon.
16.55 Uhr (Ortszeit La Palma): Nachdem wir am Flughafen mit
unseren Koffern kämpften, die kurvenreichen Serpentinen der Insel-Straßen
Kennerlernten und die üppige Vegetation bestaunten, erreichten wir gegen 14.15
(Ortszeit) unsere wundervolle Unterkunft. Nachdem alles mit dem (aus Deutschland
stammenden) „Hausmeister" besprochen und erste Einkäufe getätigt wurden, gab es
das erste verspätete Mittagessen. Jetzt faulenzen wir bei strahlender Sonne auf
der Veranda und erholen uns von dem Schock, im Hochsommer gelandet zu sein.
Mittwoch, 05.02.2003
15.20 Uhr: Heute haben wir die Südspitze der Insel entdeckt.
Immer höher schraubten sich die Serpentinen in die "Cumbre Vieja", eine der zwei
"Gebirgsketten" auf der Insel.
Auf ca. 1500 m Höhe fanden wir einen riesigen "Grillplatz":
das "Refugio de El Pilar". Viele Sitzplätze, große Grills und ein paar schöne
Spielplätze. Hier, so sagt unser großer Marcopolo-Reiseführer, trifft sich ganz
La Palma am Wochenende zum Picknicken. Das wollen wir dann auch mal machen.
Vorher bestiegen wir zwei Vulkankrater. "San Antonio"
entstand bei einem Ausbruch 1677 und "Tenegua"
ist jener Vulkan, der als letzter ausgebrochen war: 1971. Noch heute hat man das
Gefühl, die Lava wäre eben erst erstarrt.
In der "Cumbre Vieja", auf knapp 2000 m, kann man den Himmel
berühren. Und die Wolken hängen hier ständig tief, so dass durch die
Feuchtigkeit Flechten an den Bäumen wachsen. Ich glaube, hier kommt das Wort
„Baumbart" her…
Donnerstag, 06.02.2003
Haben heute einen Teil des Nordens erkundet. Eigentlich
wollten wir ja die Meeresschwimmbecken finden, aber irgendwie gab es nirgends
eine Abfahrt von dieser Hochgebirgsstraße.
Erstmal mussten wir das Tal nördlich von von Los Llanos
durchfahren. Blick auf die Karte: Der "Barranco de las Augustinas"
.
Auf fast Meereshöhe wagten wir einen Blick Richtung "Caldera
de Taburiente"
:
endlos hohe Berghänge, deren Spitzen Wolkenverhangen waren. Da kommt man sich
winzig klein vor!
Nach einem vergeblichen Versuch, die Küste zu erreichen,
drehten wir um und erreichten ca. eine halbe Stunde später Puerto Naos .
Hier findet man doch etwas Flair eines Urlauberortes: ein
wunderschöner, schwarzer Strand (Achtung, der wird sehr heiß!), glasklares,
türkisfarbenes Wasser und eine kleine Uferpromenade. Hier haben wir auch schon
einige Postkarten für die Daheimgebliebenen gekauft.
In Puerto Naos gibt es auch einen deutschen Bäcker: dunkles
Brot und leckere Kuchen. Hier werden wir öfter sein.
Freitag, 07.02.2003
Erste Erkundungen in der Caldera de Taburiente abgeschlossen.
Zum Glück sind wir sehr früh losgefahren und haben die
letzten Sonnenstrahlen in der Caldera für diesen Tag erhascht. Atemberaubende
Blicke und alle zwei Sekunden ein neues Fotomotiv. Und dabei war es nur ein
kleines Stückchen von 2,8km Wanderweg…
Kaum saßen wir im Auto, kam ein Platzregen runter, so dass
innerhalb von Sekunden alles klitschnass war. Auch wir, als wir die Kapelle „Pino
de la Virgin" besuchten.
Also ging es an den Strand von Puerto Naos… Dort waren es
zwar 20 °C, aber leider auch etwas bewölkt.
Somit zurück nach Hause: Nach einer Stunde Ausruhen
schlenderten wir durch „unseren" Ort Los Llanos.
Und dann haben wir ein leckeres Abendbrot gezaubert:
Hühnchen, Papas Arrugadas und Mojos (kanarische Soßen). Etwas aus der Reihe
dabei: Bratwürstchen…
PS: Morgen soll’s wieder in die Caldera gehen.
Samstag, 08.02.2003
Und wir dachten gestern, wir wären hoch! Heute haben wir Gott
gespielt. Auf 2400m Höhe waren es nur noch 3°C und die Pflanzen waren mit einer
Eisschicht überzogen.
Unter uns waberten die Wolken und man sah bei bester Sicht
den Pico del Teide auf Teneriffa. Eine halbe Stunde später spielten wir
Bergziegen und erklimmten den 2.-höchsten Berg der Insel. Auf 2239m konnten wir
fast die ganze Insel überblicken. Und als wenn Gott uns ein Geschenk machen
wollte, rissen die Wolken über "Santa Cruz de La Palma" und Los Llanos auf und
ermöglichten uns einen wunderbaren Blick. Und keine Menschenseele weit und
breit!

Sonntag, 09.02.2003
Ein weiteres Stückchen des Paradieses haben wir auf Grund
eines Zufalls gefunden: Eigentlich wollten wir zum Strand von Puerto Naos und
vorher Tazacorte und dessen Hafen anschauen. Und dann stellt sich heraus, dass
Puerto de Tazacorte ein niedliches Dörfchen mit einem wunderschönen schwarzen
Strand ist. Deshalb sind wir auch gleich dort geblieben und haben uns die Sonne
auf den Pelz scheinen lassen.

Abends sind wir dann auch gleich noch mal dort hin und haben
ein leckeres Abendbrot gegessen.
Unsere Idee, im Refugio del Pilar zu grillen, ist leider ins
Wasser gefallen, da die Wolken heute sehr tief hingen…
Montag, 10.02.2003
Gewaltmarsch: in 6 ½ Stunden in den "Barranco de Augustia"
und zurück. Wir haben den Wasserfall „Cascades des Colores" gefunden
.
Er ist wirklich so rot, wie auf der Postkarte.
Atemberaubend sind auch die Felsformationen, die in tausenden
Jahren durch Wasser und Erosion entstanden sind.
An manchen Stellen war es so schwierig, über Wasser und
Felsen zu klettern, dass wir auf den höher gelegenen Wanderweg ausweichen
mussten.
Als wir einen kleinen Wasserfall erreichten, machten wir ein
Picknick auf einem Aquädukt.
Über reißende Stromschnellen mussten wir auch drüber. Das war
ein Abenteuer! Aber auch dieses Hindernis überwanden wir mit viel Gelächter.
Und hinter jeder Biegung erwarteten wir unser Ziel, aber da
ging es immer weiter… Nach fast 4 Stunden war aber das Ziel dann erreicht. Man
sieht, der Rückweg war einfacher.



Zur Stärkung gab es dann zu Hause Pizza. Die war zwar nicht
ganz so lecker wie selbst gemacht, konnte aber gegessen werden.
Paps und ich waren dann noch „in der Disco"… (Auflösung
morgen!)
Dienstag, 11.02.2003
Heute haben wir Oma mit einem tollen Blumenstrauß überrascht.
Den haben Paps und ich bei unserem gestrigen „Discobesuch" geholt.
Oma hat von uns einen Abend im "Estrel - Center" in Berlin
geschenkt bekommen, von Opa Parfüm und eine schicke Brosche und von Tante
Gerlinde (Omas Schwester) eine Kette und passende Ohrringe.
Zur Feier des Tages lagen wir am Strand. Allerdings sind wir
mehrmals etwas nass geworden, als die Wellen doch höher kamen als wir dachten.
Zum Glück war es aber so warm, dass die Sachen schnell wieder trocken waren.
Die Wellen waren aber auch gigantisch! Alle am Strand (selbst
die Einwohner) standen da und staunten. Mindestens 5 Meter hoch waren die Teile.
Am Abend waren wir dann noch in unserem Ort essen. Nach dem
ganzen Öl und Knoblauch blubbert es jetzt in unseren Bäuchen und wir haben schon
eine Liste gemacht, in welcher Reihenfolge wir die Toilette benutzen…
J
Mal sehen, wie morgen das Wetter ist. Denn heute Nachmittag
zog es sich ziemlich zu.
Mittwoch, 12.02.2003
Der Norden der Insel ist völlig anders als unser Urlaubsort.
Das Wetter ist dort etwas unbeständiger und dadurch ist es dort auch super grün.
Dort oben gibt es auch zwei Höhlen von Guanchen (Ureinwohner der Kanaren). Die
sind mit zahlreichen mystischen Ornamenten geschmückt. Uns drängt sich nun die
Frage auf, ob das wirklich Menschen gemacht haben oder doch Außerirdische diese
Zeichen hinterlassen haben…
Alles in allem hat uns unser Auto heute 150 km durch die
Gegend gefahren und Papa wird heute Nacht bestimmt von Kurven träumen…
Die Meerwasser – Becken
haben wir auch gefunden. Dort waren die wellen riesig. Größer als die gestern am
Strand. Dadurch sah das Wasser türkisfarben Die Becken waren auch nur noch auf
eigene Gefahr zu benutzen.
Zwischendurch haben wir eine Bananen – Fabrik gefunden. Da
konnten wir sehen, wie die Bananen gewaschen und verpackt werden. Die
Fabrikarbeiter haben auch ganz dolle gestrahlt, als wir Fotos geschossen haben.
Und Bananen haben wir auch geschenkt bekommen. Jeder eine auf die Hand und 5
Kilo zum Mitnehmen.
Jetzt sind die 4 Großen noch mal zu Fuß los. Mal sehen, was
die zu berichten haben…

Donnerstag, 13.02.2003
Von wegen nur 20°C auf den Kanaren! Heute wurden wir am
Strand regelrecht gebraten. Auch das Meer wird immer wärmer.
Da wir also den ganzen Tag am Strand lagen und uns bräunten,
gibt es heute nur einen kleinen Eintrag.
Die kleine Kirche an der Straße zum Strand haben wir uns
angeschaut. Der Altar ist prunkvoll vergoldet. Und es gibt dort eine Tafel, an
der lauter Puppen und Arme und Beine aus Wachshängen. Fast wie Voodoo.
Wahrscheinlich haben die Gläubigen für die Heilung der Körperteile gebetet oder
Babys sollten gesegnet werden.
Jetzt gibt es lecker Nudeln zum Abendbrot…
Freitag, 14.02.2003
Mutti durfte sich heute den Tagesausflug aussuchen, da sie
heute unser Geburtstagskind ist. Es ging in die Inselhauptstadt Santa Cruz. Dor
hat man das Schiff von Christoph Columbus, die Santa Maria, nachgebildet. Ein
ganzes Schiff aus Beton. Ein paar malerische Winkel gab es zu entdecken und zu
fotografieren.

Dann wollten wir noch die Seidenspinnerei in El Paso
besuchen, aber leider haben wir nur ein verschlossenes Museum gefunden. Bei
Nachfrage sagte man uns, dass das Museum auch erst wieder am Montag öffnet…
Zum Abschluss des Tages waren wir dann noch in Puerto de
Tazacorte essen. Zum Nachtisch gab es eine Eistorte und ein Ständchen von
unserer Kellnerin. Mutti war begeistert.
Morgen wollen wir uns noch mal rösten…
Samstag, 15.02.2003
Waren Am Strand. Zum Wochenende wurde es ganz schön voll. Und
man konnte genau eigentliche Mallorca – Urlauber von Wanderurlaubern und
Einheimischen unterscheiden: Wie schnell manche Leute doch rennen können, um
anderen den Platz am Strand unter der Nase wegzuschnappen!!! Zum Glück gibt es
an diesem Strand keine Liegen…
Dann Haben wir noch Tazacorte angeschaut. Da war gerade
Siesta angesagt, also nix los. Aber wir haben ein Restaurant gefunden, das den
Namen „Schwarzes Schaf" (natürlich auf Spanisch) trägt.
Zum Abendbrot wird jetzt lecker gegrillt und nachher soll es
noch mal in unseren Urlaubsort gehen.
Sonntag, 16.02.2003
Haben eine Bergtour gemacht: Diesmal waren wir wirklich auf
dem "Roque de los Muchachos". Das letzte Mal war nämlich die Zufahrtsstraße
gesperrt (bestimmt wegen dem Eis…). Dort oben war es ziemlich windig, aber wir
sind nicht weggeflogen.

Unsere Zweite Station war die Cumbre. Dort haben wir die
Wolken über den Berg schwabbern gesehen und standen auch mittendrin.

Ganz viel Lorbeer haben wir mitgenommen. Der wächst hier
nämlich in rauen Mengen. Laut unserem Marcopolo – Buch das größte
zusammenhängende Lorbeerwaldgebiet der Welt.
Montag, 17.02.2003
Heute wollten wir eigentlich noch mal an den Strand, doch es
war die ganze Zeit bedeckt.
Also sind wir dann noch mal alle in unseren Urlaubsort und
haben ein paar Mitbringsel für die Daheimgebliebenen gekauft. So zum Beispiel
Papier aus Bananenfasern, Bananenschnaps und Samen von Drachenbaum und Strelizie
(Papageien- oder Schnabelblume).
Ein kurzer Zwischenstopp im einzigen China – Restaurant des
Ortes zur Stärkung und dann ging es zurück „nach Hause". Kofferpacken.
Das gestaltete sich schwieriger als auf der Hinreise, denn
nun galt es, die ganzen Geschenke für Mutti und Omi einzupacken. Die hatten wir
zum Teil ja erst hier geholt. Aber Dank der logistischen Meisterleistung zweier
Damen (zu denen ich nicht zähle…) ist auch das erledigt.
Nun verschießen wir unsere letzten Fotos und blicken wehmütig
auf 2 Wochen wundervollen Urlaub zurück und erschauern schon jetzt angesichts
der Kälte, die in Deutschland bei unserer Heimkehr herrschen wird.
Ein Problem gibt es allerdings noch: Wie bekommen wir die
Strelizien, die unsere 2 Geburtstagskinder bekommen haben, heil nach Hause???
Dienstag, 18.02.2003
10.00 Uhr: Stehen auf dem Flughafen und unser Flug steht
nicht dran. Wir überlegen schon, ob wir das Auto zurückholen…
Für die Statistik: Wir sind in den vergangenen 14 Tagen 1098
km gefahren. Dabei ist die Insel nur 48 km lang und 30km breit.
Unser Flug geht nun doch erst 18.30 Uhr.
12.45 Uhr: Haben am Flughafen ein kostenloses Mittagessen
bekommen. Es gab Champignon – Creme – Suppe, Kasseler mit Pommes Frites und
Salat. Zum Trinken gab’s Wasser, Cola oder Bier. Also richtig lecker und alles
ging ganz schnell. Und die Bedienungen blieben trotz des Stresses ganz nett.
16.13 Uhr: Sind immer noch auf dem Flughafen. Neuester Stand
der Dinge: Wir fliegen über Köln / Bonn und werden voraussichtlich 1.35 Uhr
deutsche Zeit in Halle / Leipzig landen. Und noch immer sind alle hier sehr
freundlich. Hier gibt es übrigens einen Tabakladen, in dem die Zigarren live per
Hand gedreht werden…